Bericht von der Konzertreise des ökumenischen Jugendchores Salzwedel vom 2. bis 8. 02. 2008

Alles fing gut an: 55 Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren auf dem Salzwedeler Bahnhof pünktlich zur Abfahrt des Zuges erschienen. Später sollten weitere dazustoßen, so dass wir am ersten Tag 65 Teilnehmer hatten.
Alles fing also gut an, bis wir in Uelzen umsteigen wollten. Als wir ankamen, war unser Anschlusszug nach Lüneburg schon überbesetzt. Die Fußballfans waren unterwegs. Mit Müh und Not quetschten wir uns zusammen mit grölenden Fans in den nächsten, eine Stunde später fahrenden Zug. Als dann am Ziel in Ratzeburg eine von viel Polizei begleitete Demo unseren Bus an der Weiterfahrt hinderte, war das Maß an Überraschungen für diese Tage schon voll. Nichts und niemand sollte uns in den nächsten Tagen aufhalten.
Das großzügig ausgestattete Christophorus-Haus in Bäk am Ratzeburger See empfing uns trotz Verspätung sehr freundlich. Die Bewirtung ließ auch an den übrigen 5 Tagen nichts zu wünschen übrig. Zufrieden kamen alle nach der Inspektion ihrer Zimmer in die großen Probenräume. Wir hatten das Haus mit seinen vielen Nebenräumen während der ganzen Zeit für uns allein.

Ich schildere nur den ersten Tag, den Sonntag. Um 9 Uhr stand der große Bus bereit, um uns zu St. Petri in Ratzeburg zu bringen. Stellprobe, Einsingen, Stillsitzen. Wir singen im Abendmahlsgottesdienst Teile der Misa de Solidaridad. Matthias Böhlert spielt die Orgel. Anschließend geht es bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß am Seeufer entlang bis zu unserem Domizil. Nach dem Mittagessen sofort eine Probe mit Instrumenten. Um 14 Uhr mit dem Bus nach Lübeck. Im Dom um 15 Uhr Stellprobe, Einsingen und Generalprobe. 17 Uhr Konzert, 18:30 Uhr Rückfahrt. Abendbrot. 20 Uhr Vortrag über Entstehung und Wirkungsweise der Hanse von Klaus Schartmann. Wir sind geschafft, unser Chorleiter dagegen trotz einer fast schlaflos verbrachten Nacht nicht spürbar.

Die übrigen Tage waren nicht mehr so anstrengend. Nach Lüneburg ins Salzmuseum und zum Konzert im Oedeme-Gymnasium sowie nach Bremen zum Mittagsgebet im Dom und ins Universum waren wir den ganzen Tag unterwegs, für Wismar und erneut Lübeck reichte ein halber Tag. Dort wurden wir von Bürgermeister Saxe, dem Vormann der Hanse, im historischen Hansesaal des Rathauses ehrenvoll empfangen.

Er brachte in seiner Ansprache das Thema unserer Reise zu den Hansestädtern Norddeutschlands auf den Punkt, als er auf den Internationalen Hansetag in Salzwedel im Juni 2008 zu sprechen kam. Salzwedel war schon 1263 vom Lübecker Rat in die Gemeinschaft der Gotlandfahrer aufgenommen worden, wenige Jahre später nimmt auch Hamburg die Salzwedeler als „Mitbürger“ in Schutz.
Diese Weltstadt war das letzt Glied in unserer Kette der Hansestädte. Mit einem Kurzkonzert im Hamburger Michel endete eine hochkarätige Konzertreise.
Klaus Schartmann